Neue Dachrinne
Die neue Schiefereindeckung
Was für ein Unterschied!
Kein Durchschlupf für Marder mehr

Unsere Kirche bekommt ein neues Dach

Nach der erfolgreichen Aktion "Lassen Sie die Kirche nicht im Regen stehen" hat unsere St.-Urbanus Kirche viele symbolische Schirmherrinnen und Schirmherren bekommen. Ihnen allen herzlichen Dank! Die Situation war bedrohlich: Die nördliche Dachfläche war massiv verwitter, die über 70 Jahr alten aufgeweichten Schieferplatten schützten nicht mehr vor Nässe. Dachbalken waren verfault oder durch Fehlbelastungen gebrochen, das Mauerwerk wies Nässeschäden auf. Damit waren auch unsere romanischen Schönheiten und die anderen wertvollen Wandmalereien letztlich in ihrer Existenz gefährdet.

Nachdem die Finanzierung stand, ging es seit Herbst 2024 zügig weiter. Die Kirche wurde eingerüstet, ein Aufzug montiert, und das Dach sorgfältig nach Fledermäusen unter den Traufbrettern abgesucht. Diese Bewohner hätten umgesiedelt werden müssen, weil sie geschützt sind, aber es waren keine da. Offenbar hat dafür ein Marder gesorgt... Die alten Schieferplatten von der Nordseite des Dachs wurden abgenommen. Wer ein Stück in die Hand nahm, dem zerbröselte es unter den Fingern, so sehr hat der Zahn der Zeit am Schiefer genagt. Die 250m² Dachfläche der Nordseite bekamen als Winterschutz eine Planen-Abdeckung, aber dank der milden Witterung konnte weiter gearbeitet werden. Im Januar 2025 war ein Teil des Daches auf der Nordseite schon eingedeckt. Anfang Februar war es soweit: die Nordseite war fertig! Eingedeckt wird mit spanischem Schiefer, weil er einen niedrigeren Kalkgehalt als sauerländischer hat und deshalb haltbarer ist.

 

Ganz unten auf dieser Seite finden Sie eine Galerie mit Fotos, die die Dachsanierung Schritt für Schritt zeigen.

 

Sofort im Anschluß an die Sanierung der Dach-Norseite mit es mit der südlichen Dachseite weiter. Endlich war hier der Weg zum Zifferblatt der Uhr frei, das ebenfalls reparaturbedürftig war. Über eine Art Hühnerleiter konnte man das Zifferblatt abnehmen.
 

Das alles kostet Geld - viel Geld. Die Kosten werden sich auf rund eine halbe Million Euro belaufen. Wer gibt so viel Geld? Der Bund, das Land NRW, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Förderverein, die evangelische Kirche - und nicht zuletzt viele, viele Spender und Spenderinnen!

Möchten Sie mehr erfahren?

 

Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen Informationen über dieses große zur Verfügung. Wir möchten damit im Rahmen unseres Spendenaufrufs und unserer Bitte um Unterstützung wissenswerte Hintergründe vermitteln, Transparenz schaffen und zeigen, warum die Sanierung des Dachstuhls und die Neuverschieferung des Dachs ganz entscheidend für die Erhaltung dieser so besonderen Kirche sind.

 

Ergänzt werden die Informationen durch zwei Gutachten zum Kirchendach:

  • Gutachten zu den Schäden an Dachkonstruktion und Gewölbe inklusive detaillierter Fotodokumentation (erstellt vom Ing.-Büro Rohrberg, Lippstadt im April 2021)
  • Dendrochronologisches Gutachten zur Altersbestimmung des Dachstuhlholzes (Universität Hamburg/Museum f. Archäologie Münster, 1990)

Anhand des umfangreichen Fotomaterials des Fördervereins (u.a. Luftaufnahmen der Dachfläche, aufgenommen per Drohnenflug von Peter Uhl, Bad Sassendorf) können Sie sich selber ein Bild vom Zustand des Daches machen.

Sie finden die kommentierte Fotogalerie und die Gutachten als PDF am Ende dieser Seite.

 

Was ist los mit dem Dach von St. Urbanus? 

 

Das Ölschieferdach auf der Nordseite der Kirche war witterungs- und altersbedingt massiv geschädigt. 1969 wurden die südlichen Dachflächen von Chor und Kirchenschiff sowie die Dächer von Sakristei und Turm erneuert. Die jeweiligen Nordflächen von Chor und Kirchenschiff stammen vermutlich jedoch noch aus der Zeit der Wiederherstellungsmaßnahmen nach dem Krieg 1948/49. D.h. diese Ölschiefer-Dachfläche war mehr als 70 Jahre alt und wies entsprechend massenhaft Zeichen starker mineralischer Zersetzung und Anwitterung auf, was sich in einer Aufweichung der Ober- und Unterflächen der Platten zeigte. Der gesamte Dachverband zog dadurch Wasser, wodurch an den Schieferplatten bei Frost Absprengungen stattfanden. Daraus resultierte ein kontinuierlicher Substanzverlust und eine Schwächung des Schieferverbandes. Außerdem stieg durch das aufgenommene Wasser die gesamte Dachlast an, woraus wiederum statische Probleme resultierten.

 

Jeder stärkere Wind verursachte neue Schäden, Schieferplatten lösten sich aus dem Verband und Wasser drang ein. Im Herbst 2020 fielen besonders viele Platten ab, und dadurch entstanden Wasserschäden im nördlichen Seitenschiffgewölbe.

 

Die bis Herbst 2024 ständigen Reparaturen waren nur notwendigste Schadensbegrenzung und konnten eine Komplettsanierung nicht ersetzen, da die gesamte Dachhaut in der Substanz zerstört war. Ohne eine Neueindeckung des Daches samt Sanierung des Dachstuhls drohten St. Urbanus massive Schädigungen des Deckengewölbes bzw. der gesamten Bausubstanz. Zudem waren wertvolle mittelalterliche Wandmalereien substanziell bedroht und wären durch weitere Wasserschäden mit nachfolgenden Putzablösungen unwiederbringlich verlorengehen.

 

Was sind die Planungs-Etappen?

 

Nachdem bereits 2014 das Dachgewölbe durch Initiative des Fördervereins aufwändig gereinigt und von Schuttlasten befreit wurde, konnten erste Untersuchungen des Dachstuhls erfolgen. Bei mehreren Ortsterminen von Sachverständigen und Fachfirmen wurde deutlich, dass umfassend saniert werden musste.

Ende 2018 ist unter Leitung des Architekten des Kirchenkreises Soest-Arnsberg, Dirk Pieper, ein Sanierungskonzept entwickelt und als erste Maßnahme ein statisches Gutachten in Auftrag gegeben worden.

Im Februar 2019 wurden durch den Bauingenieur Dipl.-Ing. Gunther Rohrberg, ausgewiesener Fachmann für statische Fragen und Experte für historische Dachstühle, wichtige Untersuchungen gemacht, die die Grundlage für das bautechnische Gutachten bilden.

 

Nach Verzögerungen lag dieses Gutachten seit April 2021 vor. Sie können die „Gutachterliche Stellungnahme zu den Schäden an der Dachkonstruktion und zu den Rissen im Gewölbe der ev. Kirche St. Urbanus in Weslarn“ des Ing.-Büros Rohrberg, Lippstadt, am Ende der Seite als PDF herunterladen.

 

Wie wird die Sanierung finanziert?

 

Das Gutachten wies zum damaligen Zeitpunkt eine Gesamtsumme von ca. 360.000 Euro aus. Die kalkulierten Baukosten erhöhten sich jedoch bis zum tatsächlichen Beginn der Dachsanierung deutlich, da bis zum Sanierungsbeginn jährliche Preissteigerungen (Lohnkosten, Verteuerung von hochwertigem Bauholz, andere Material-kostensteigerungen etc.) berücksichtigt werden mussten. Der Architekt des Kirchenkreises Dirk Pieper ging nach seinen Erfahrungen von einer Gesamtsumme von ca. 430.000 Euro für die Sanierung des Kirchendaches aus. Das hat sich im Großen und Ganzen bestätigt.

 

Herr Pieper hat die Antragstellung kompetent koordiniert. Er begleitet Sanierung und setzt seine umfangreiche Erfahrung auch auf diesem Gebiet ein. Seine guten Kontakte zu Fördergeldgebern, LWL, Denkmalschutzbehörden, Ansprechpartnern von Land und Bund sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) erleichtern das Prozedere. Trotzdem dauerte es aufgrund unterschiedlicher Fristen und Verfahren rund drei Jahre - was leider normal ist - , bis an den konkreten Start der eigentlichen Arbeiten zu denken war.

 

Wir erhofften uns im günstigsten Fall durch entsprechende Bewilligung unserer Anträge eine Gesamtförderung durch die öffentliche Hand von 50% und den DSD von 20%, wodurch maximal gut zwei Drittel des Gesamtvolumens finanziert werden konnten. Das bedeutete aber auch, dass wir eine Eigenfinanzierung je nach Fördervolumen von mindestens ca. 130.000 Euro bis 140.000 Euro selber aufbringen mussten.

 

Die Mittel zur Deckung des Eigenfinanzierungsanteils wurden aus den Baurücklagen der Ev. Kirchengemeinde Weslarn, den angesparten Mitteln des Fördervereins und aus Spenden- und Fundraising-Aktionen zur Verfügung gestellt.

 

Was tut der Förderverein?

 

Zum einen beteiligt sich der Förderverein an dem Eigenfinanzierungsanteil im Rahmen seiner Rücklagen, die vorausschauend seit längerem gezielt für diese Sanierung angespart wurden.

Zum anderen versucht der Verein, durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und Spendenaufrufe, durch (hoffentlich bald wieder mögliche) Konzerte im Rahmen unserer Geistlichen Abendmusiken und gesondert stattfindende Benefiz-Konzerte weitere Einnahmen zu generieren. Veranstaltungen in und um die Kirche und zusätzliche noch in Planung befindliche Aktionen vervollständigen unser Fundraising-Konzept.

 

Der Förderverein appelliert auch weiterhin an die Spendenbereitschaft der Menschen und möchte darauf aufmerksam machen, dass ohne privates Engagement eine alte romanische Kirche und über 800 Jahre alte Wandmalereien von überregional herausragender Bedeutung verfallen.

 

Wie eingangs bereits erwähnt, sind die hier zugänglich gemachten Informationen ein Teil dieser Spendenaktion, damit Hintergründe vermittelt werden, Transparenz geschaffen wird und die Seriosität unserer Kalkulationen, Planungen und Finanzierungsansätze deutlich wird. Wir denken, dass nur so mögliche Spenderinnen und Spender davon überzeugt werden können, dass ihre finanzielle Unterstützung effektiv und professionell bei der Umsetzung der Dachsanierung und damit der Rettung der Kirche eingesetzt wird.

 

Möchten Sie sich die Kirche einmal genau anschauen? Wir führen Sie gerne nach Anmeldung durch das Gebäude, auch in entlegene Winkel und in den Dachstuhl, um den es hier schließlich geht. Infos oder Anmeldungen über unser Kontaktformular oder im Gemeindebüro der Ev. Kirchengemeinde Weslarn, (Tel.: 02923-8039, Mail: buero@kirchengemeinde-weslarn.de)

 

Was können Sie für St. Urbanus tun?

 

Wenn Sie St. Urbanus und seine Kunstschätze nicht im Regen stehen lassen möchten, dann sind wir für jede finanzielle Unterstützung dankbar, sei es in Form einer Einmalspende, einer Dauerspende oder einer Mitgliedschaft im Verein.

Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung (Anschrift auf der Überweisung nicht vergessen!) und können sicher sein, dass Ihre Spende ohne Abzüge zweckgebunden in die Sanierung des Daches von St. Urbanus einfließt. Selbstverständlich können Sie auch für andere Sanierungsprojekte der Kirche spenden.

 

Wir sind dankbar für Hilfe jeder Art. Insbesondere suchen wir auch Menschen, die Ideen zu einem effizienten Fundraising haben, uns mit ihrem Know-how unterstützen und neue Impulse geben. Dazu muss man kein Mitglied im Verein werden - wir freuen uns über jeden, der uns im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt: ob kurzzeitig bei einzelnen Fragestellungen bzw. Aktionen oder längerfristig bei größeren Projekten.

 

Gerne würden wir das Internet als Fundraising-Instrument benutzen - wer hat Erfahrung im Online-Fundraising und berät uns?

 

Sprechen Sie uns gerne an und kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular. Wir freuen uns auf Sie!

 

Text: Bettina Böhme und Renate Prochno-Schinkel


Die Dachsanierung in Bildern (wenn Sie die Fotos anklicken, sehen Sie Erläuterungen):

          Fotos von Hinrich Balsters, Bettina Böhme, Peter Uhl


Downloads:


Unsere Bankverbindung für Spenden-Überweisungen:

 

Verein der Freunde und Förderer der St. Urbanus-Kirche zu Weslarn

IBAN:  DE69 4145 0075 0010 0204 10

Förderverein der St. Urbanuskirche Weslarn 0